Intro: Funktioniert Open Source in der Stadtentwicklung?

Willkommen im Weblog zum Workshop.

Komplett offen gelegte und für jeden frei zugängliche Produktentwicklungsprozesse sind mittlerweile in der Softwareentwicklung und beim Austausch von Wissen und Informationen nicht mehr wegzudenken – Linux, Mozilla, Wikipedia sind prominente Beispiele dafür. Funktioniert das Open Source genannte Prinzip auch in der Stadtentwicklung? Dieser Frage wollen wir in einem ‚offenen’ Workshop im Rahmen der plan09 – Forum aktueller Architektur in Köln – mit Studierenden mehrerer Hochschulen und Bürgerinnen und Bürgern nachgehen.

Der Kölner Architekt Ulrich Königs thematisierte bereits im Jahr 2000 mit einem neuen Planungsinstrument „Divercity“ die Anwendbarkeit von Open Source Strategien in der Stadtplanung. Ausgehend vom Gewerbegebiet rund um die Lichtstraße im Kölner Stadtteil Ehrenfeld wird der Workshop versuchen, eine solche Strategie an einem konkreten Ort zu erproben.

Der Startschuss für das Open Source Experiment fällt am 26. September 2009, um 10 Uhr mit drei Wanderungen durch die vielfältigen Ehrenfelder Stadträume. Die Rundgänge leiten der Stadtplaner Jochen Scharf, der Künstler Boris Sieverts und der Bürgerverein Ehrenfeld. (Für diese Veranstaltung ist eine Anmeldung erforderlich.)

Ist es denkbar und überhaupt sinnvoll, dass jeder Stadt mitplanen, mit gestalten, mit verändern kann? Darüber sollen, zusätzlich zum Arbeitsprozess, Workshop begleitende Gastvorträge und Diskussionsrunden Aufschluss geben. Eingeladen dazu sind natürlich Architekten und Stadtplaner, daneben ein Philosoph, ein künstlerischer Leiter und zwei Künstlerinnen.

Am Ende steht eine große Wand voller Ideen für Ehrenfeld, von denen die Besten häufig kopiert wurden. In der Abschlussdiskussion am Freitag, 2. Oktober 2009, wollen wir überprüfen, was Open Source in der Planung an Möglichkeiten eröffnet und wo dieser Art des Handelns im realen Raum Grenzen gesetzt sind.