3. Workshoptag

Montag, 28. September

Video erim-giresunlu.de | musik: ogmusik.com


Anregungen aus dem Frühstücksgespräch:
Das Hamburger Space Department (eine Gruppe von Workshopteilnehmern) ruft zur Beteiligung an ihrem nächsten Magazin zum Thema „Gaffa Urbanismus“ auf. Interessierte wenden sich bitte an: www.spacedepartment.de.
Es wird angeregt, die Stellwände aus der Halle in den öffentlichen Raum herauswachsen zu lassen. Zur besseren Übersichtlichkeit, auch für Gäste des Workshops, erhalten die Wände folgende Themen:

Fünf Themen für die Stellwände:
Die „Keimwand“ (oder Inkubator) wird genutzt für neue Anregungen, die noch nicht weiter entwickelt und kopiert wurden.

Die „Methodenwand“ nimmt Anregungen, Fragen, Texte zu Open Source Planung auf.

Die „Weiter Frickeln Wand“ umfasst Ansätze mit kleinen Interventionen, Störungen, Nadelstichen und ortspezifischen Provokationen.

Die „Raumöffner Wand“ soll Ideen zu Raumdietrichen, Fragen der Zugänglichkeit, Wegebeziehungen und Grenzen aufzeigen.

Die „Besondere Orte Wand“ ordnet Ideenblätter zu folgenden räumlichen Schwerpunkten:


  • „Bahnlinie“
  • (mit Güterbahnhof, Jack in the Box Hallen, Bahnbögen, Platz am Bahnhof Ehrenfeld und weiteren Flächen)
  • „Neptunplatz“
  • (Marktnutzung, Tiefgarage, Gestaltung, etc.)
  • „Heliosgelände“
  • (Umgebung der Workshophalle, Underground, auch Halle Schiffsschraubenfabrik, etc.)
  • „Ecke Venloerstraße/Ehrenfeldgürtel“
  • (zentraler ÖPNV Umsteigepunkt, hohe Personenfrequenz, Nutzen der Atmosphäre auf der Venloerstraße, ggf. Rathausneubau, Lehrstand im Block zur Bahn, etc.)
  • „Leuchtturm“
  • (Landmarke, von „überall“ sichtbar, etc.)

Vorstellung des Filmes mit Befragungen verschiedener Ehrenfelder Bürger:
Die Studentinnen Ruth Schultz und Ana Zirner von der Folkwang Hochschule Essen stellen erste Ergebnisse ihrer Interviewreihe vor. Befragt wurden Bürger unterschiedlichen Alters und verschiedener Berufsgruppen zu ihren Bedürfnissen an den Stadtteil Ehrenfeld, zu Erwartungen, Lieblingsorten, Migration, zum Zusammenleben und zu sozialen Gruppierungen. Die Filme sollen auf eine Stellwand projiziert werden und als Inspiration für weitere Ideenblätter genutzt werden.

Suppenküchen-Besprechung mit Gästen:
Zur nachmittäglichen Suppenküche sind als Gäste Ilka Mecklenbrauck (TU Dortmund) und Bernd Kniess (HafenCity Universität Hamburg) anwesend, Boris Sieverts, einer der Stadtführer vom Samstag, schaut auch vorbei. Der kurze Rückblick über den bisherigen Verlauf des Workshops erläutert vor allem unsere Arbeitsweise der Weitergabe von Ideen und die Themen der fünf Stellwände.
Bernd Kniess kritisiert den Ansatz „Weiter Frickeln“: „Als Planer können wir es nicht laufen lassen.“ Aus seiner Sicht fehlt eine Bestandsaufnahme von Ehrenfeld mit einer Bewertung der jetzigen Situation. Die eigentlichen Fragen seien, „wie in Ehrenfeld gelebt, gewohnt und gearbeitet werde“. Erst nach der Analyse können seiner Meinung nach Zielvorstellungen abgeleitet werden.
Gemeinsam werden Potentiale von Ehrenfeld besprochen. Die Ehrenfelder Mischung aus unterschiedlichen sozialen Gruppen bietet offensichtlich Freiheiten zur individuellen Selbstverwirklichung. Der Stadtraum bietet viele Nischen und Brachen zur Aneignung.
Als Mängel werden die fortschreitende Gentrifikation und der zunehmende Verlust von Freiräumen im wörtlichen (Freifläche) und im übertragenen Sinn (Freiheiten) genannt. Die Ansätze „Weiter Frickeln“ und „Raumöffner“ sind grundsätzlich geeignet mit diesen Mängeln umzugehen.

Diskussion bei „Jack in the Box“ zur Zukunft der Brache Güterbahnhof
Die Arbeitslosenselbsthilfe „Jack in the Box e.V.“ hat am Abend zur Diskussion über die Zukunft der Brache des Güterbahnhofs Ehrenfeld eingeladen. Die Vertreter der Eigentümer und der Stadt Köln sind sich grundsätzlich einig die Fläche mit einer Mischung aus Gewerbe und Wohnen zukünftig zu nutzen. Dabei wird der Lärm der Bahnstrecke eine bereichsbildende Rolle spielen.
Es wird deutlich, dass auch auf diesen Flächen die Frage der Zugänglichkeit eine große Rolle spielt. Mehrfach werden zwei neue Zugänge von Norden auf die Fläche gefordert.
Da die Brache in den nächsten Jahren wegen der anstehenden Umwidmung und vorbereitenden Bauleitplanung noch nicht bebaut werden kann, werden temporäre Nutzungen besprochen. Der Landschaftsarchitekt Friedhelm Terfrüchte benennt Vergleichsprojekte, die eine kleinteilige Aneignung in mehreren Phasen und sukzessive Landschaftsentwicklung ermöglicht haben.